Burg Rauheneck
Weit ins flache Land schauend, liegt auf dem Vorberg des Badener Lindkogels die Ruine der einst mächtigen Ritterburg. Sie krönt im wahrsten Sinn des Wortes den Gipfel des Berges, und ihr Anblick übt einen eigenen Reiz aus.
Schon in der Steinzeit war der Berggipfel bewohnt, und die Ausgrabungen knapp vor der Zugbrücke der Burg, auf der sogenannten "Hildegard Ruhe" geben Zeugnis davon. Funde aus verschiedenen Zeitperioden liefern den Beweis, dass hier durch rund ein Jahrtausend eine bewohnte Höhenniederlassung bestand.
Die erste urkundliche Erwähnung der Burg findet sich im Jahr 1110 in der Stiftungsurkunde der Abtei Heiligenkreuz, in der unter den Zeugen "Hartungus de Rauhenegcke", der zu dem Minsteralgeschlecht der Türsen gehörte, angeführt wird. Auf die "Türsen", die bis 1384 im Besitz der Burg waren, folgt das Rittergeschlecht der Walseer. Mit Reinprecht V. erlosch dieses Haus und Rauheneck wurde landesfürstliches Kammergut. Während der Streitigkeiten über die Vormundschaft über Albrecht V. besetzte im Jahr 1408 der Burggraf von Mödling, Stickelberg, die Feste und plünderte die Gegend. 1463 nahm sie Franz von Haag ein, der sich auch der Burg Baden bemächtigt hatte, und 1477 eroberten die Ungarn unter König Matthias Corvinus die Burg Rauheneck und zerstörten sie.
Im Jahr 1495 wird die Burg ein "abgebrochenes Gesloß" und 100 Jahre später im Weikersdorfer Grundbuch ein "oedt Schloß" genannt. Seit damals gab es verschiedene Besitzer bis 1961 die Stadt Baden den Rauhenecker Berg samt Ruine kaufte.
Die Ruine und der 20 Meter hohe, dreieckige Turm sind zur Besichtigung frei zugänglich. Das romanische Portal der einstigen Burgkapelle stammt aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts.
Außer, dass es in der Silvesternacht im Gemäuer spukt und dass die Burg als Namensgeber für unsere Kromfohrländerzucht fungiert, gibt es nichts weiteres zu berichten. Aber das ist eine andere Geschichte...